Die 26 schwarzen Zahlen von Monte Carlo


Irgendwann an diesem Abend muss jemand angefangen haben mitzuzählen. Zehnmal Schwarz. Dann elfmal. Zwölfmal. Mit jedem Dreh wurde aus einer gewöhnlichen Folge etwas, das die Menschen am Roulettetisch nicht mehr ignorieren konnten. Am 18. August 1913 soll die Kugel im Casino von Monte Carlo schließlich 26-mal hintereinander auf Schwarz gelandet sein. Die Serie wurde zu einer der bekanntesten Episoden der Roulette-Geschichte.

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 Bild KI generiert


Wie selten sind 26 schwarze Zahlen hintereinander?

Auf einem europäischen Roulettekessel befinden sich 37 Fächer: die Zahlen 1 bis 36 sowie die grüne Null. 18 Zahlen sind schwarz, 18 rot. Für einen einzelnen Dreh liegt die Wahrscheinlichkeit für Schwarz damit bei 18 zu 37.

Für 26 vorher festgelegte Drehungen sieht die Sache schon ganz anders aus. Die Wahrscheinlichkeit, dass alle 26 auf Schwarz enden, ergibt sich aus (18/37)²⁶. Das entspricht ungefähr einer Chance von 1 zu 137 Millionen. Eine Zahl, bei der man zunächst vermuten könnte, dass so etwas eigentlich nie passieren dürfte. Aber genau hier wird die Geschichte interessanter.

Denn „1 zu 137 Millionen“ bedeutet nicht, dass ein Casino 137 Millionen Drehungen warten muss, bis eine solche Serie auftaucht. Jeder neue Dreh kann theoretisch der Anfang einer neuen Folge sein. Je mehr Roulette gespielt wird, desto mehr solcher möglichen Startpunkte entstehen.

Der Mathematiker Mark F. Schilling beschäftigte sich sogar wissenschaftlich mit langen Serien und nahm die berühmten 26 schwarzen Ergebnisse von Monte Carlo als eines seiner Beispiele. Sein Punkt: Einzelne lange Serien wirken spektakulär, ihre Existenz wird bei einer ausreichend großen Zahl von Versuchen jedoch weit weniger rätselhaft. Heute lässt sich dieselbe Grundidee in unterschiedlichen technischen Formen beobachten. Wer 7melons Roulette online spielen möchte, findet sowohl RNG-basierte Varianten als auch Live-Roulette – zwei Spielarten, bei denen der Zufall auf ganz unterschiedliche Weise zustande kommt.

Der 27. Dreh weiß nichts vom 26.

Noch erstaunlicher ist, was nach einer solchen Serie passiert. Angenommen, man steht 1913 tatsächlich an diesem Tisch. Die Kugel ist bereits 26-mal auf Schwarz gefallen. Der Croupier setzt das Rad erneut in Bewegung. Was hat sich für Runde 27 verändert? Mathematisch: nichts.

Bei einem korrekt funktionierenden Roulettekessel bleiben 18 rote, 18 schwarze und ein grünes Fach vorhanden. Die vergangenen Ergebnisse werden nicht aus dem Rad entfernt. Die Kugel bekommt auch keine Information darüber mit, wo ihre Vorgängerin gelandet ist.

Genau deshalb kann gleichzeitig beides stimmen: 26-mal Schwarz ist extrem selten – und Schwarz beim nächsten Dreh trotzdem nicht ungewöhnlicher als zuvor.

Das macht die Monte-Carlo-Nacht auch mehr als hundert Jahre später interessant. Sie zeigt ziemlich anschaulich den Unterschied zwischen der Wahrscheinlichkeit einer ganzen Serie und der Wahrscheinlichkeit eines einzelnen Ereignisses.

Vom Holzkessel zum Bildschirm

Seit 1913 hat sich weniger die Mathematik als die Technik rund um Roulette verändert. Damals standen Spieler unmittelbar am Kessel. Heute existiert dasselbe Spiel auch digital in unterschiedlichen Formen. Beim Live-Roulette dreht sich weiterhin ein physischer Roulettekessel vor einer Kamera. Bei rein digitalen Varianten übernimmt dagegen ein Zufallszahlengenerator, kurz RNG, die entscheidende Aufgabe.

Der RNG erzeugt fortlaufend Zahlenwerte, aus denen das Spiel ein Ergebnis bestimmt. Eine Kugel, die wirklich durch einen Kessel rollt, braucht es dafür nicht. Für den Spieler erscheint anschließend trotzdem eine Zahl auf dem bekannten Roulettefeld. Bei Schweizer Online-Casinos darf dieser technische Zufall allerdings nicht einfach eine Blackbox des Anbieters bleiben: Die angebotenen Spiele müssen unabhängig geprüft und zertifiziert sowie von der Eidgenössischen Spielbankenkommission genehmigt werden.

Damit führen heute zwei völlig unterschiedliche Wege zum selben Ergebnis auf dem Bildschirm: Auf der einen Seite stehen Kugel, Kessel, Bewegung und Reibung, auf der anderen Software und Mathematik.

Würden uns 26-mal Schwarz heute überhaupt noch auffallen?

1913 reichte ein einziger Roulettetisch, um eine Geschichte zu produzieren, die mehr als ein Jahrhundert überlebt hat. Heute werden gleichzeitig unzählige Spielrunden an physischen und digitalen Tischen durchgeführt.

Vielleicht liegt darin die eigentliche Pointe der berühmten schwarzen Serie. Menschen merken sich das Außergewöhnliche. Die Millionen völlig unspektakulären Folgen aus Rot, Schwarz und Null davor und danach hinterlassen dagegen keine Geschichte.

Die 26 schwarzen Zahlen von Monte Carlo waren deshalb weder ein Zeichen noch ein mathematisches Wunder. Sie waren etwas viel Interessanteres: ein äußerst seltenes Ereignis, das irgendwann tatsächlich passiert ist.

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